Full story
vergangenes wochenende blieb ich in der alten heimat. ich verbrachte das ganze wochenende dort. dank emy hatte ich einen schlafplatz deluxe in ihrem neuen haus und fühlte mich wohl und willkommen. der anlaß war ein volkshochschulkurs. der kurs hieß “wer hat lust eine nana zu bauen?” wir entschlossen uns dazu, nachdem uns ein paar wochen zuvor eine kollegin von ihren erfahrungen im nana bauen berichtet hatte und uns bilder von der session zeigte. ich war überzeugt als sie sagte: “das formen und malen war fast wie
therapie”. das wollte ich auch! so kam es daß die lieblingkollegin, meine emy und ich, gemeinsam zu diesem kurs antraten. wir waren 9 frauen; 8 neugierige und die kursleiterin, alle zwischen 33 und 68 jahre alt. nach dem ersten tag hatte ich die befürchtung, wir 3 hätten es übertrieben und wären zu laut und zu negativ aus der gruppe aufgefallen, denn wir waren so spaßig unterwegs, machten scherze, witze und klopften sprüche, daß sich die balken bogen. ich hatte einen megaspaß, ob die anderen es mochten, konnte ich nicht einschätzen. doch die hemmungen sanken ganz schnell und bis zum dritten tag, solange dauerte
der kurs, waren alle gut drauf, öffneten sich und scherzten miteinander. wir bastelten also einen nana. am ersten tag entstand das gerippe sozusagen. wir formten aus maschendraht körper, kopf und beine, verbindeten die teile und banden den drahtigen körper an einen besenstiel. das dauerte den ganzen freitag. die hände litten unter der aktion, maschendraht schrammt die hände ganz schön auf. abends bei nem glas wein merkten wir ganz schnell, wie sehr die hände unter dieser arbeiten gelitten hatten. samstag begannen wir dann damit, den körper mit zeitungspapier zu überkleben. mit kleister formten wir pappmaschee und, stück für stück wuchs die erste haut der nana. die zweite hautschicht bestand dann aus weißem papier. danach mußte sie trockenen. so beendet wir den kurstag bereits
gegen 15 uhr. emy und ich gingen spazieren und schauten abends einen film zusammen, tranken wein und quatschten nicht mehr allzulange. sie bekochte mich fürstlich und ich fühlte mich sehr wohl bei ihr. der dritte tag war dann der schwierigste, fand ich. fertig und eigentlich müde von den beiden anstrengenden tage davor, ging es nun daran die nana zu bemalen. kreativ zu werden, farbe und motiv zu wählen und ihr ein buntes äußeres zu verpassen. irgendwann stand sie dann, die idee. sterne sollten es sein. rot und grau sollten dominieren. und noch bevor ich mich versah, vertiefte jede von uns in zeichnen malen,
tupfen und streichen. beinah alle damen versanken konzentriert in ihre malkünste. und ich glaube fast, keine hatte es am diesem tag geschafft, ihre nana zu versiegeln. doch das fastfertige ergebnis konnte sich sehen lassen. müde aber glücklich, trennte ich mich dann abends von meiner nana und überließ sie der lieblingskollegin. rückblickend war das ein super entscheidung diesen kurs zu machen. einfach mal weg, und den kopf frei bekommen. dabei etwas entstehen zu lassen, wachsen zu lassen aus der kraft der eigenen händen und aus einer kreativen idee heraus. dabei mitgleichgesinnten zeit verbringen und spaß zu haben, das war jede minute anstrengung und jede sekunde zu wenig schlaf und erholung wert. drei tage nach beendigung des kurses, brachte mir die kollegin dann die nana mit dem auto nach hause. nana hat jetzt im gästezimmer ihren platz gefunden und wartet darauf, daß ich meine letzten ideen auf ihrem astralkörper bringe und sie fertiggestellt wird…. und dann, würde ich gern nochmal eine bauen….
Comments
3 comments so far.
ja - super haben wir das gemacht. ich sollte nur mal langsam meine muse wiederfinden und sie fertigstellen….
Und, schon die Muse gefunden….?



Das war wirklich ein Erlebnis und es hat mega Spaß gemacht, nur meine Hände sahen danach aus wie Sau (deine ja auch
). Zum Glück hat sich das gelohnt und die Aua´s vom Maschendrahtzaun waren nicht um sonst.
Ganz schöne NANA´s haben wir *freu*
!