Archive for April, 2010
zu weihnachten hatten wir uns was ganz besonderes gewünscht und auch gefunden - der cirque de soleil gastiert mit ihrem programm saltimbanco in stuttgarts porschearena. das ist es - dachten wir, und kauften uns für ostersonntag karten. nur 5 tage sollten die vorstellungen dauern, und der ostersonntag war ihr letzter tag in der stadt. und nun, am vergangenen osterwochenende, war es endlich soweit. wir hatten superplätze direkt vor der bühne, leicht erhöht um über die empore auf der die bühne aufgebaut war, schön und ohne genickstarre drüber zu sehen. und dann ging es los: eine tolle band, farbenfrohe kostüme und ein potpourri
aus artistik, akrobatik, jonglierkunst und komik verführte uns in eine bunte welt - fast wie nach wunderland. 2 stunden lang fesselte uns die aufwendige bühnenshow, es passierte soviel gleichzeitig, daß ich gar nicht wußte, wo ich zuerst hinschauen sollte. sie banden das publikum mit ein in die clownsnummer und die menschen bogen sich vor lachen. die hochseilartisten erzeugten offene münder, und ungläubiges staunen über soviel mut und anmut, wunderschön unterstrichen durch kostüme und lichteffekten. das ganze programm untermalt von einer fantastischen band und sängerin versetzte und diese show durch eine fantasiesprache in eine ganz eigene welt. denn es geht hier nicht um verstehen mit den ohren, sondern um das begreifen mit dem herzen. als eine mischung aus alice im wunderland und könig der löwen, gepaart mit zirkusnummern und gesangs- und tanzeinlagen präsentierte sich uns saltimbanco als ganzheitliche unterhaltungsshow für jung und alt. eine entführung in die tiefsten tiefen unserer fantasie, für 2 stunden alltag vergessen und eintauchen in eine bunte welt der heiterkeit. wunderbar, einfach nur wunderbar.
als wir avatar im kino sahen, kam im vorspann die vorschau zu alice im wunderland. bereits da war klar, den muß ich unbedingt sehen. als ich dann erfuhr daß das eine tim burton verfilmung ist, konne ich den kinostart kaum noch abwarten. wir gingen anfang märz los, und schauten uns den neuen film mit johnny depp in 3d an. als der film startete, erinnerte ich mich wieder, wie ich als kind die geschichte fasziniert verschlang und zu meinem erstaunen, hatte ich mir die figuren beim lesen genau so vorgestellt, wie im film umgesetzt. der hutmacher, das weiße kaninchen, die böse königin. herrlich bunt und erheiternd führt tim burton durch die fantastische geschichte, wie alice in den kaninchenbau fällt und in eine fremde welt kommt, und dort auf die eigentümlichsten figuren trifft. nur der teil mit dem monster - das scheint mir eine typisch amerikanische erweiterung zu sein, an die ich mich bei meinen kindlichen lektüren überhaupt nicht erinnern kann. insgesamt fand ich den film sehr schön, bunt und typisch skuril aus der feder von tim burton. auch johnny depp als hutmacher ist genial gelungen. daß die geschichte um den kampf zwischen alice und dem monster erweitert wurde, finde ich schade und unnötig. ebenso dieser heiratsantrag, am anfang des films, von diesem eklig-rothaarigen schnösel, ist eine im buch nicht vorkommende erweiterung der geschichte, die zwar nett gemacht ist, die story aber nicht nötig gehabt hätte. insgesamt bin ich von der gesamtumsetzung begeistert und finde mich als alice im wunderland fan in diesem film gut unterhalten. als 3d spektakel absolut sehenswert, doch von der originalgeschichte stark abweichend, finden sich nur die hauptfiguren 100% wiedergegeben.
bildquelle: http://www.digitaleleinwand.de/tag/filmplakat/
meine liebe kollegin versorgte mich mal wieder mit bahnfahrlektüre - sie meinte der medicus würde mir gefallen, da es schön zu “die säulen der erde” und “die tore der welt” passen würde. es handelt vom leben des rob jeremy cole, geboren im 11. jahrhundert in armen verhältnissen. es handelt von seinen erlebnissen mit dem bader, der sich nach dem tod seiner eltern, seiner annahm und ihn zum baderchirurgen ausbildete. als der junge hochbegabte rob von der stadt im fernen osten hörte, in dem man zum medicus ausgebildet werden könnte, machte er sich auf die lange reise dorthin. wie er nach isfahan reiste und sich dort als jude ausgab und die heilkunst beim bekanntesten mediziner der welt lernte, und er dann mit seiner großen liebe zurück nach schottland kehrte, beschreibt dieser roman von noah gordon auf eine wunderbar fesselnde weise. spannend geschrieben, detailverliebt aufgezeigt, versetzt das geschriebene den leser in eine faszinierende welt des mittelalters, in den orient und all seine geheimnissvollen traditionen. für mich absolut perfekt als nachgang zu ken follets bücher. für mich ein definitiv lesenwertes buch.
bildquelle: http://stadtbibliothek.graz.at/index.asp?MEDIENNR=0012241