Archive for November, 2009
2 teile - 2 unruhige nächte mit wilden verarbeitungsträumen. selbst schuld, aber ich konnte nun wirklich nicht ahnen, daß dieser film mich so mitnimmt. im “baader-meinhof-komplex” wird die geschichte um die RAF-terroristen andreas baader und ulrike meinhof erzählt. gespickt mit dem wenigen, was ich aus der eigenen familie darüber erzählt bekam, die geschichte uns gelehrt hat und was die perle erzählt, der ja als kind wenige 100 meter davon entfernt, wohnte und spielte, wurde das zu einem sehr realem hautnaherlebnis. betrachtet man die umstände, in der die menschen in der brd in dieser nachkriegsphase lebten, kann man fast verstehen, warum sich junge leute zu solch einer widerstandsbewegung gruppiert haben. die unterdrückung die der staat auf die kritische jugend auslebte, die gewalt als polizeistaat und die härte, mit der, der staat auf unbekannte neue situationen reagierte, wie auf studentendemonstrationen, waren brutal und ein spiegel der ohnmächtigkeit und stumpfsinnigkeit der jungen republik. jedoch endet jegliches verständnis für die “revoluzer” ab einem bestimmten punkt, an dem die gewalt und der terror in einer unsagbaren härte ins spiel kommen. gewalt kann niemals die antwort auf gewalt sein. und in diesem mörderischen ausmaß, in dem die raf ihre ziele durchzusetzen versuchte, verhielt sie sich noch mieser, als diejenigen die diese gewalt vormachten. für mich war der film, ob authentisch oder nicht, ein großer augenöffner und ein stück deutscher geschichte, für die ich selbst zu jung war, aber doch sich beeindruckender weise in mein bewußtsein gemeiselt hatte. einiges aus diesen 2 jahrzehnten des raf-terrors wurde für mich klarer und manches puzzelte sich nun vollends zusammen, dessen zusammenhänge ich bis dato noch gar nicht erkannt hatte. ich finde diesen deutschen kinofilm, den die ard anfang der woche in 2 teile ausgestrahlt hatte, absolut sehenswert. hart, so hart wie die realität oft sein kann, aber gut gemacht, mitreissend, glaubhaft und kritischen meinungen zufolge, nahe an der realität.
bildquelle: http://www.dvd-forum.at/25649/image_large_film.htm
als wäre es ein fluch - kommt plötzlich aus dem nichts hiob und überreicht die nächste, vermeintlich längst überfällige schlechte botschaft. es ist wie verhext, immer und immer wieder, und ewig lacht hämisch der teufel. meist wenn alles geregelt scheint, bam - der nächste schlag in die magengrube. diesmal allerdings, aus einer ecke, aus der ich einen solchen niemals erwartet hätte. ich fühl mich leer, ohnmächtig und schuldig, obgleich ich weiß, daß ich das niemals hätte ahnen können und erst recht nicht verhindern. weglaufen hilft nicht - stellen und anpacken. verdammtes leben - warum können wir nicht wie andere, einfach leben und glücklich sein? warum verfolgt uns der fluch unserer kindheit und all deren schatten bis in das heute? warum können wir sie nicht einfach abstreifen, die bitteren früchte unserer verkorksten wurzeln? immer und immer wieder speiht sie uns das leben vor die füße - da, friss oder stirb. bah! und wenn sie heute immer noch verdrängen, strafen wir sie einfach weiter mit all den derben abarten und schmerzen, die ein zugemülltes bewußtsein so auskotzen kann.
bildquelle: http://www.bbk-kunstforum.de/html/u__redlich-kocks.html
” das mußt du dir unbedingt reinziehen”, sagte er mit einem strahlendem zufriedenen lächeln, als die perle von einem männer-comedy-abend aus pforzheim zurück kam. ein bekannter hatte die juns dazu aufgerufen, serdar somuncu auf tour zu besuchen. die perle war begeistert. er erzählte nicht viel und meinte
nur, der nächste tourtermin sei in schwäbisch gmünd, ich soll mir meine emy schnappen und dort hingehen. und genau das tat ich - karten bestellt, bekommen, emy geschappt und hingefahren. und es war genau so wie er es beschrieb. ein talentierter junger kabarettist, der auf eine derbe, klar und unmißverständliche weise, alles aus unserem alltag in frage stellt, kritisiert und niedermacht. alle, aber auch alle bekommen ihr fett ab. und dann, wenn er seine hasstiraden absgeschlossen hat, holt er seine zuhörerschaft runter, geht mit seinem publikum in sich und bringt die menschen zu innehalten, regt das nachdenken an und plädiert das leben lassen, die akzeptanz und das hinterfragen, all dessen, was wir
vorgesetzt, vorgelebt und vorgegaukelt bekommen. eine unmißverständliche, harte und unverblümte weise, uns unser leben vor augen zu halten, uns unsere vorurteile aufzuzeigen, uns einen kritischen spiegel vor die nase zu halten. richtig klasse. emy und ich, haben tränen gelacht, uns wiedererkannt, waren schockiert, stellenweise beschämt und berührt. ein harter aber ehrlicher augenöffner. einfach klasse und empfehlenswert!
manchmal frag ich mich schon, wie menschen sich so fahrlässig verhalten können?! die perle bekam den auftrag, freitag nach dienstschluß noch den dienstwagen eines erkrankten kollegen zu holen. bei diesem angekommen, beobachtete er eine szene, die ihn alarmierte. eine apothekerin kam vorbei und überreichte ein päckchen medikamente mit einem gehörigen sicherheitsabstand an der haustüre. daraufhin fragte er den kollegen, was er denn hätte. der kollegen fragte überrascht, ob man ihn nicht informiert hätte, er und seine familie wären in quarantäne, sie hätten alle die schweinegrippe. die perle war außer sich, er fuhr nach hause berichtet mir von dem vorfall und ärgerte sich, daß er beim auftrag das auto abzuholen diese info nicht dazubekommen hatte. schließlich gilt es hierbei, einige sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. er wusch sich sofort die hände und duschte ausgiebig. dann hieß es warten. wir verließen das ganze wochenende nicht das haus, sagten alle termine ab und warteten. keine symptome bis heute, am dritten tag… gottseidank. hätte aber auch anders laufen können….
es ist als würde die erde für einen moment stillstehen, wenn so ein unglück passiert, wie es diese woche dienstag geschah. es ist als würde der planet innehalten, wenn ein mensch sich dazu entschließt seinem leben ein ende zu machen. wir gehen in uns in fassungslosigkeit und versuchen zu begreifen, was einen menschen dazu treibt, zu gehen. für immer, endgültig… wie groß muß die verzweiflung sein, familie und frau zurück zu lassen, in den tod zu flüchten und dieser welt den rücken zu kehren. wir stehen da, bleiben zurück und versuchen zu begreifen, was diesen menschen dazu getrieben hat, diesen entschluß zu fassen. und der blick geht in uns selbst, selbstkritisch und mahnend. wir sind alle nur menschen, egal welchen status wir haben, egal wie bekannt, berühmt oder berüchtigt wir sind, alle haben wir unser päckchen zu tragen. mit uns, im stillen, allein. das erinnert mich an meinen geliebten onkel, der sich einst auch das leben nahm, in einem moment der verzweiflung. er, der starke tapfere gestandene mann - floh aus der verzweiflung in den freitod. diese geschichten reissen uns aus dem alltag und in gewisser weise haben sie auch heilende wirkung, auf uns umstehende, die es erleben müssen. sie rütteln uns aus dem alltag, weg von allem oberflächlichen, zurück zum wesentlichen. nichts ist wichtiger als halt im leben, kein geld der welt kann vertrauen und liebe ersetzen, kein erfolg der welt kann über depression und trauer hinweghelfen. r.i.p. robert enke, r.i.p geliebter onkel.
bildquelle: http://www.hospizdienst-leintal.de/TextNav/trauerbegleitung.html
sonntag mittag,gleich nach dem frühstück machten wir, die perle und ich, uns auf um freunde zu treffen und gemeinsam nach mannheim zu fahren. wir passten alle in ein auto und fuhren entspannt, fröhlich quatschend, bei herrlichem wetter los. dort angekommen trafen wir uns mit mit einem verwandten unseres freundes, der die idee hatte, einen tag in mannheim zu verbringen. wir spazierten am rhein entlang und besuchten ein nettes lokal direkt am rhein und aßen dort zu mittag. und dann, je näher die stunde rückte umso quirliger rutschten
wir auf unsere sitzgelegenheiten rum. wir fuhren los - in die sap arena und erfasst von der fantastischen atmosphäre dieser sportstätte, freuten wir uns jetzt so richtig auf das bevorstehende eishockey spiel. mein erstes mal, wohlgemerkt. ich fands toll! die arena ist ein geschlossenes gebäude, also total warm - die stimmung gelöst, ein wenig amerikanisch wirkte es auf mich. die menschen waren alle in fanbekleidung und positiv gestimmt - was konnte da jetzt noch schiefgehen. gut, die adler deretwegen wir da waren, hätten gegen die eisbären aus berlin auch gewinnen können - aber das war für mich persönlich nebensächlich. ich war nur begeistert von all den guten eindrücken und froh über die entscheidung, mal was anderes gemacht zu haben. ein wunderbarer tag in mannheim mit freunden. schee war’s! hier ein paar eindrücke.