Archive for August, 2008
gestern abend trafen ich mich mit 2 kolleginnen im biergarten. eigentlich sind sie mehr als kolleginnen, mitpendlerinnen, sympathieträger und ja… irgendwie auch schon freundinnen. zumindest die eine, die ich schon länger kenne. es war schön mit den ladys im biergarten zu sitzen, zu schwatzen und austauschend uns näher kennenzulernen. es war irgendwie vertraut und es lag nicht am wein, daß ich mich verstanden und geborgen fühlte. wir lachten viel, kamen vom hundertste ins tausendste und schwups, hatte jede von uns eine kleine unbekannte preisgegeben. so rückten wir merklich näher, irgendwie. als wir uns verabschiedeten nach mindestens 3 stunden girltalk, war unser verhältnis gewachsen. der blick in die augen geht jetzt ein stück tiefer. schön.
… sind die zartbitteren erkenntnisse heute geworden. 3 jahre herzausschüttende therapiefunktion, selbstdarstellendes teilhabenlassen und nicht mehr wegzudenkendes gefühlsventil. ich danke euch allen für die treue, die geduld, die anteilnahme, die neugierde und alle anderen antriebe, die euch bewegten dazu beizutragen, daß diese seite lebt. eure schoki! prost!!
….bin ich erst seit ein paar wochen, dank der werbung von denen mit dem magenta T. seit ich dieses lied vor 20 jahren das erste mal hörte, schaffte ich es nie anzuhören, ohne rührseelige tränen zu verdrücken. seit paul potts und der magenta T werbung, die ja sehr oft über die mattscheibe flimmerte, bin ich tränenfrei. nicht rührungsfrei, aber zumindest trockenen gesichtes. desensibilisierung könnte man das nennen. ich liebe dieses lied, es bewegt mich immer, wenn ich es höre. wunderbar ist auch der text:
gestern abend, wie des öfteren in letzter zeit, ringte ich mit meinem inneren schweinehund. bügeln oder nicht bügeln, das war das dilemma. ich beschloß erstmal schnell den schläppi anzuwerfen und dann kurz die couch zu beehren. ich war so dermaßen müde. und danach, danach wollte ich bügeln. und dann kontaktiere mich jemand übers myspace. freundanfrage - eine frau. ich schaute mir das profil an, piercerin - ludwigsburg - 30 jahre jung. hm, kenn ich nicht, dachte ich mir und vergewisserte mich nochmal in dem ich die bilder in ihrem profil checkte. und dann war da dieses foto. dieses lächeln und dann - schwups, war sie da, die erinnerung. sie war es wirklich! eine alte freundin aus der alten heimat. bestimmt 6, wenn nicht sogar 8 jahre aus den augen verloren. sie hatte mich gefunden, einfach so. wir tauschten 2-3 nachrichten und eine stunde später hatte ich sie am telefon. es stellte sich heraus, unsere jeweils neuen freundeskreise überschneiden sich und wir hätten uns durchaus schon mehrmals begegnen müssen während der letzten 2 monaten. unglaublich, wir schrien wie kinder, als wir uns am telefon begrüßten, wir lachten und freuten uns, über dieses schicksalhafte zusammentreffen. wir tauschten im schnelldurchlauf die jeweilig letzten 6 jahre aus und konnten es kaum fassen, was da eben passiert war. “diesmal verlieren wir uns aber nimmer solang aus den augen, gell?” sagte sie und wir versprachen uns, uns auf ganz bald zu verabreden. und was soll ich euch sagen, ich war völlig von der rolle und gebügelt - hab ich gestern nimmer!
wir sprachen über vieles, an ihrem ersten tag nach ihrem urlaub. ich hatte meine kollegin vermisst die letzten 3 wochen, besonders die gespräche. und prompt, kaum war sie wieder da, sprachen wir wieder intensivst. auch über das zuhause. sie sagte sie sei noch immer nicht in ihrer neuen wohnung angekommen, sie fühle sich immer noch nicht zuhause, obwohl der umzug nun schon mehrere monate zurücklag. es liegt aber vielleicht auch daran, daß sie ihren anker in ihrem heimatort verloren hat, sagte ich ihr, ohne zu ahnen daß ich ins schwarze traf. der tod ihrer eltern, erst die mutter dann wenige monate später der vater haben ihr den anker genommen, sie irgendwie entwurzelt. der anker, der den heimathafen des herzens bedeutete, war plötzlich weg. und an dieses gespräch musste ich eben unweigerlich denken, als ich wieder mit ihr sprach. wo hat ein mensch seinen anker, wenn er bereits als kind die eltern verliert? wo fühlt sich der mensch zuhause, wenn er seine wurzeln nur aus bruchstückhaften erinnerungen kennt? ich weiß wie ich mich fühle, heimatlos, verrissen, rastlos durch die vielen stationen in meinem leben. aber wie fühlt es sich erst an, elternlos seit kindesbeinen an zu sein? das kann man nur erahnen, niemals annähernd nachempfinden. und wie wunderbar muß es sich anfühlen, fast wie göttliche fügung, wenn plötzlich aus dem nichts, völlig unerwartet, dir jemand eine geschichte über deine eltern erzählt, an die du dich kaum erinnern kannst, von denen du beinahe nichts persönliches besitzt, die dir nur nachts in deinen träumen schemenhaft begegnen…. das leben schreibt schon die irrsten geschichten!
“ankommen ist eine sache. du mußt aber auch langsam anfangen dich dort niederzulassen” sagte meine pina heute beim mittagessen. wie recht sie doch hat. 4 monate sind vergangen und ich habe mich noch nicht um einen neuen haus-, zahn- und ladysarzt in der neuen heimat gekümmert. und was noch viel schlimmer ist, ich pendel immer noch zu meiner nageltante nach niemandsland. dort muß ich schließlich im 5-wochen-takt hin. gestern abend jedoch, da fiel es mir wie schuppen von den augen. ich kann so nicht mehr weitermachen, ich muß (bis auf die arbeit vorerst) meine “bindungen” in die alte heimat kappen. ich kann doch nicht weiterhin 110 kilometer zur nagelmodellage fahren. das geht doch nicht. gut, ich fahr von der arbeit aus dorthin, aber das sind trotzdem 35 kilometer in die falsche richtung. gestern abend war ich wieder dort und ich war nachts um halb elf zuhause von meinem termin um 18 uhr. das kanns nicht sein. und wie ich mir das sage, auf dem weg nach hause, gedankenverloren im auto, stelle ich fest, in der neuen heimat hat an der hauptstraße ein nagelstudio aufgemacht. ob der da oben mir damit auf die sprünge helfen wollte? heute morgen habe ich die preise verglichen. 110 kilometer und 31,60 euro gegen 1,5 kilometer und 40 euro…. ist doch wohl klar was ich mache, oder? und im urlaub kümmere ich mich um die ärzteschaft.
ich hatte gemischte gefühle was zürich betraf. als sie starb, setzten wir mit zürich aus. vor 3 jahren war jenny das letzte mal mit auf der parade, mit diesem zug. nun sollten wir es wieder aufleben lassen. ich freute mich auf das event, war aber skeptisch ob alles gut verlaufen würde, mit den leuten die mit uns unterwegs sei würden. irgendwie verursachte mein bauchgefühl skepsis. und mein bauch behielt recht. nach acht jahren streetparade muß ich mir eingestehen, es ist alles nimmer das gelbe vom ei. oder… ich bin zu alt für solche sachen. mir scheint, perle’s spruch den er oft verwendet trifft auch hier zu: “die beste party ist gefeiert”. die freien partys rund um die parade waren ziemlich abgespeckt, nur noch eine bühne for free. die atmosphäre im park am see war verhalten, keine stände mehr mit musik, starke polizeipräsenz und ziemlich viele technotouristen. die parade selber wie immer, sehr kommerziell, typisch schweizer halt. aber das war ja immer schon so, nur eben die qualität scheint auch hier stark nachgelassen zu haben. und dann dieser partyzug… melie nannte es ganz treffend freakshow 3000. viele technorelikte mit bunten megaschlaghosen, stachelhalsbänder und stehfrisuren. fast so als wäre parade gleich fasching, stehengeblieben in der technosteinzeit. *nerv* dann hielt dieser zug auch noch in jedem kaff auf der strecke zwischen stuttgart und zürich, somit zog sich die fahrt ins ewige. und dann diese fehlorganisation. wir sollten schlafkabinen bekommen im reservierten abteil. tatsächlich mußten wir uns das abteil mit anderen leuten teilen, und geschlafen haben wir letztendlich frierend in irgendeinem freien unbequemen standardsitzeabteil, weil diese anderen personen unsere vier schlafgelegenheit bereits in beschlag genommen hatte, als wir von der parade und den dem anschließendem streifzug durch zürich zurückkamen. das war enttäuschend, erst recht wenn man sich auf gute organisation verläßt. zu allem übel, schien das unsere begleiter und organisatoren herzlich wenig zu interessieren, wir konnten zusehen, wie sie genüsslich damit beschäftigt waren dafür sorgen zu tragen, daß es wenigstens ihnen rundum gut ging. summasummarum hätten wir uns das ganze echt sparen können. da hatten wir schon unzählige, wesentliche bessere partys, mit weniger aufwand. ein paar nette bilder gibt es trotz allem:
es wird zeit, uns einen neuen überblick zu verschaffen, wie der punktestand unter den erfolgreichen schwabenrätslern aussieht:
2,5 punkte: mape
2 punkte: marti
1,5 punkte: bellissima, Anitz, serrah, andi
1 punkt: me[l], emily, rapunzelchen, die_schottin, ela, thomas, sina, leila
gut gemacht leute!
der lacher der mittagspause:
“zammaglauba”
was für ein dialekt! *lach* ob uns schwaben nichtschwaben verstehen? *achselzuck*
der heutige wurde der tag der abrechnung. abrechnung mit mir und meinen letzten 12 wochen leben. so kann es nicht weiter gehen, schreite meine umwelt. zumindest empfand ich es so. freundin c. erwartet mehr einsatz von mir, ich bin schließlich ihre beste, ihre einzige und ihre trauzeugin. wahrscheinlich erwartete so manches auch die freundin, die sich seit einiger zeit abgewandt hat, von mir und meinem leben. die sich längst wie eine flüchtige bekannte verhält, als wie eine enge vertraute, die sie einst war. wahrscheinlich denkt das auch meine familie, bei der ich mir zur zeit recht spärlich melde. und ehrlich gesagt, merke ich selbst auch, das stillstand mich lähmt. aber ein winzigkeit spricht gegen diese hohe erwartungshaltung die das leben an mich stellt: der tag hat nur 24 stunden! von der 24 gebotenen, sitze ich täglich 2,5 im zug, verbringe ich 1 täglich im badezimmer, mindestens 8 bei der arbeit, und schlafe 7, was für meine bedürfnisse die unterste grenze ist. hey, da bleiben doch glatte 5,5 stunden für alles andere! wenn das nichts ist?! mit 5,5 stunden kann man doch superviel anfangen. vom wochenende mal ganz abgesehen. ab jetzt aber bitte ein bißchen mehr einsatz und engagement, fräulein schoki. reiß dich gefällig mal am riemen und tu, was deine umwelt von dir erwartet: funktioniere! als erstes fange ich wieder an, mir zeit für mein blog zu nehmen. ich brauche einfach mein schreibventil; ohne diesem, werde ich sonst noch ganz balla im schädel. außerdem folgern die menschen schon, ob mit mir alles in ordnung sei, da mein blog ruht. und als nächstes nehme ich mir wieder zeit für das wichtigste im leben, partner, freunde und familie. danke freundin c., du hast recht, das wichtigste im leben ist erstmal das leben selbst. raus aus der lethargie, rinn in die bulletten….
gestern war es dann mal wieder soweit. ich weiß nicht, ob es an dem unwetter lag, oder einfach daran, daß ich mal früher feierabend machen wollte, jedenfalls streikte die bahn. 2 züge fielen aus und so hing ich ungeplant und ungewollt mit meinen pendlerkollegen am bahnsteig station 2 rum. ich will nicht meckern, wir hatten spaß und eis, und hätten durchaus auch schlechter wegkommen können. schließlich fielen nur 2 verbindungen aus, wir saßen 1 stunde später schon wieder im zug im trockenen, und obendrauf war ich trotzdem zur gewohnten uhrzeit zuhause. also eigentlich, halb so wild.., wenn man mal davon absieht, daß ich einfach mal früher daheim sein wollte.
ich existiere noch, zumindest wenige stunde, zwischen arbeit und schlaf. viel freizeit bleibt da nicht. und viel freier kopf auch nicht. selten hab ich mich so auf durchatmen im wochenende gefreut, wie heute nach feierabend. natürlich hatte ich auch sehr schöne momente diese woche, aber wie zu buchstaben fassen, wenn müdigkeit die muse nimmt? also lass ich es sein, bis die muse wiederkehrt. schönes wochenende.