Full story
betretenes, schockiertes schweigen füllte die luft während der gestrigen nächtlichen heimfahrt. zu bewegend und extrem waren die spuren die der film hinterlies. aber lasst mich von vorn erzählen. die geschichte spielt in sierra leone, westafrika. ein land gebeutelt von korruption, bürgerkrieg und leid. und mittendrin, söldner und schmuggler, die ihren profit aus dieser misslichen lage ziehen wollen. es geht um diamanten die nach europa geschmuggelt werden, geschürft von den rebellen, die sich somit ihre waffen finanzieren im kampf gegen die regierung. sie überfallen dörfer, verbreiten angst und terror, zwingen kinder in den kampf und kräftige männer in die minen zum diamanten schürfen. und mitten in dieser welt lebt danny archer, söldner und diamantenschmuggler gespielt von leonardo di caprio. er hört von einem fischer, der von seiner familie getrennt wurde und von den rebellen gezwungen wurde in einer mine diamanten zu schürfen und er dabei einen grossen 100karäter gefunden haben soll. in der hoffnung durch diesen diamanten reich zu werden und aus dem elend entfliehen zu können, nimmt er sich dieses mannes an und verspricht ihm, seine familie zu finden wenn er ihm im gegenzug die hälfte des profites an diesem diamanten abgibt. und dann ist der zuschauer schon mittendrin in der gnadenlosen, harten, blutrünstigen welt eines rebellischen und terroristischen schwarzafrika. ohne umschweife, ohne rücksicht, ohne gnade, in einer überwältigenden bildfolge wird dem zuschauer klargemacht, wieviel tod und blut an einem statussymbol unserer westlichen welt hängen kann. blood diamond ist in meinen augen ein gelungenes meisterwerk. dieser film ist wie eine ohrfeige, in diesem fall die richtige methode um auf einen missstand hinzuweisen, um den blick in die richtige richtung zu lenken und die menschen wachzurütteln. seit gestern will mir ein zentraler gedanke nicht aus dem kopf: ob den neureichen schwarzen hiphop stars wie missy elliott, snoop dogg oder p. diddy bewusst ist, das sie möglicherweise nicht bling bling sondern bling bang steine um ihre schwerreichen hälse tragen? ich hoffe sie haben diesen film gesehen. mein schokiprädikat ist jedenfalls eindeutig: oskarreif!
Comments
14 comments so far.
ja, für das brisante thema, kann ich mir persönlich eine oskarnominierung als bester film vorstellen. nicht für die brutalität, nein. aber die geht mit dieser thematik hand in hand. ich glaube, der film zeigt nur annähernd, wie die wirklichkeit aussieht.
ich glaube das was wir europäer bei den afrikanern oft als passivität interpretieren ist eine gewisse härte, die sich in ihren gesichtszügen und in ihrer mimik widerspiegeln.
vielleicht bringt das das harte leben in afrika mit sich.
ich fand salomon als figur gelungen. diese vermeindliche “passivität” gekoppelt mit den gefühlsausbrüchen die er hatte, was seinen jungen betrifft, unterstrichen die dramatik des films und der situation in der er sich als verzweifelter vater befand.
Ich fand ihn auch gut, nicht oskarreif zwar, aber sehr sehenswert.
Danke für die Rezension, sehe tagtäglich das Plakat, hatte aber bis eben keine Ahnung, worum es geht!
@reneS:
hast du ihn in deutsch gesehen?
@faustus:
gerngeschehen.
Ich habe den Film noch nicht gesehen, geh eben zu selten ins Kino und so wartet man auf manche Filme etwas länger, aber die Oscarnacht wird sicher spannend.
Auch wenn Blood Diamond dieses Jahr nich nicht dabei ist.
Das Streben nach Glück und Departed sind beides Filme die meiner Meinung nach einen Oscar verdient hätten aber es kann ja nur einer gewinnen
das streben nach glück habe ich leider noch nicht gesehen. mag aber will smith supergerne und würde ihm den oscar als best acteur echt gönnen. departed war heftig. bin gespannt ob scorcese den oscar zum besten film einheimst. stehen denn die nominierungen schon fest? kann man die irgendwo nachlesen?
hey ela, hab was gefunden, schau:
http://www.zelluloid.de/directory/awards.php3?id=40
wie man sehen kann, sind departed UND blood diamond in mehreren kategorien nominiert. *freu*
Zu der (für mich) seltsam passiven Haltung von Solomon:
Nein, das war in meinen Augen keine Härte. Ich führe das eher darauf zurück, dass wir in der ‘freien’ Welt darauf getrimmt sind, jederzeit sagen zu können was uns nicht passt und zu handeln, um die Dinge in unserem Sinn zu beeinflussen, wenn es angebracht scheint. Für Solomon schienen sowohl ’sagen’ als auch ‘handeln’ jeweils grosse Risiken zu beinhalten, so dass er grundsätzlich erst mal beobachtete, abwartete und ‘folgte’ (also machte, was man ihm sagte). Er sprach oder handelte erst, wenn ihm die Sache viel wert war (Dia und seine Familie beispielsweise) oder egal war (als er nichts mehr verlieren zu können glaubte) oder nichts passieren konnte.
Diese Haltung spricht Bände uns ist unter anderem ein Grund, warum mir der Film so real wie eine Dokumentation vorkam.
Ich bin zu weich für sowas. Der Trailer sagte mir schon: geh’ da nicht rein (wegen flennen und betreten sein) - und ich sollte wohl recht behalten haben.
Zum Glück sind nicht alle so schwach, wie ich :o)
@angel:
gut erklärt angel! jetzt verstehe ich was du meintest. ja, das machte die rolle absolut glaubhaft.
@kerstin:
bin genauso schwach. hatte nen fetten kloss im hals und konnte erstmal nicht sprechen, als ich rauskam.
@schoko-bella: Natürlich nicht in Deutsch, sondern in Original, so wie fast alle Filme in den letzten 2 Jahren. Ist meiner Reiserei geschuldet.
dachte ich mir doch. dafür beneide ich dich. ich glaube ich würde nicht mal die hälfte verstehen…
[...] 18. welchen film hast du zuletzt im kino gesehen? blood diamond mit leo di caprio [...]
Dass meine Meinung über den Film Deiner so ziemlich entspricht, hast Du ja schon gelesen.
Aber ein Oskar? Für das brisante Thema oder die brutale Umsetzung? Am ehesten für Djimon Hounsou, der den ganzen Film über so seltsam passiv bleibt, wie es ein Amerikaner oder Europäer niemals könnte.
Na, wir werden sehen. Jedenfalls ist der Film *absolut sehenswert*!